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Satzbau A2–C1 Heuristik-Parser, funktioniert offline

Satz-Klammer-Visualizer

Deutsche Sätze haben eine Satzklammer – ein Gestell aus Vorfeld, finitem Verb (Position 2), Mittelfeld, infinitem Verb am Satzende. Die meisten Übungsseiten zeigen Sätze als Text. Dieses Werkzeug zeigt das Gestell. Mit TeKaMoLo-Ordnung im Mittelfeld und Verb-Letzt-Markierung im Nebensatz.

Mehrere Teilsätze durch Komma trennen. Hauptsatz + Nebensatz werden getrennt analysiert.

Probier mal:

Tippe einen Satz oben ein und klicke Satz analysieren.

Oder nimm einen der Beispiel-Sätze oben.

Was dieses Werkzeug löst

Du hast „Ich habe gestern einen Film gesehen" im Kopf – aber irgendetwas klingt falsch, wenn du „weil" davorsetzt: „Weil ich habe gestern einen Film gesehen". Was ist passiert?

Die Antwort: das finite Verb ist im Hauptsatz auf Position 2, im Nebensatz am Satzende. Dazwischen liegt das Mittelfeld mit der berühmten TeKaMoLo-Ordnung.

Dieses Werkzeug macht diese Struktur sichtbar – als Klammer, die den Satz umschließt.

Das Klammer-Schema

[Vorfeld]
[finite Verb]
[Mittelfeld TeKaMoLo]
[∞ Verb / Partizip]
[Nachfeld]

Die zwei Klammern (rot links, grün rechts) bilden zusammen die Satzklammer.

So benutzt du es

  1. Satz eingeben. Ein einzelner Hauptsatz genügt für den Anfang. Mit Komma getrennte Neben- oder Hauptsätze werden einzeln analysiert.
  2. Auf „Satz analysieren" klicken. Du siehst je Teilsatz die fünf Felder der Satzklammer mit Farbmarkierung.
  3. Im Nebensatz auf das grüne Feld achten. Dort steht jetzt das finite Verb (statt rechts wie im Hauptsatz). Das ist das Verb-Letzt-Phänomen.
  4. TeKaMoLo im Mittelfeld prüfen. Erkannte Temporal-, Kausal-, Modal- und Lokal-Ausdrücke sind farbig hinterlegt. Die Reihenfolge zeigt, ob dein Satz der Konvention folgt.
  5. Wenn die Visualisierung falsch aussieht: Wahrscheinlich ein seltenes Verb ohne Eintrag in der internen Liste. Versuche den Infinitiv statt der konjugierten Form.

Wie du Ergebnisse liest

Die Visualisierung folgt dem Modell der Topologischen Felder nach Drach (1937) – dem Standardmodell der deutschen Syntax.

1. Vorfeld (blau)

Was vor dem finiten Verb steht. Genau ein Satzglied. Hierher rutscht das, was du betonst: „Morgen gehe ich ins Kino" oder „Ich gehe morgen ins Kino" – der Inhalt ist gleich, nur die Hervorhebung ändert sich.

2. Linke Satzklammer (rot)

Das finite Verb (das konjugierte Verb). In Aussagesätzen immer auf Position 2. Bei Ja-/Nein-Fragen auf Position 1.

3. Mittelfeld (gelb)

Der gesamte Bereich zwischen finitem Verb und infinitem Verb. Hier drin steht: Subjekt, Objekte, Adverbien – nach TeKaMoLo sortiert.

4. Rechte Satzklammer (grün)

Partizip II, Infinitiv oder trennbare Vorsilbe. Im Nebensatz steht hier auch das finite Verb (Verb-Letzt).

5. Nachfeld (grau)

Optionale Zusatzinformation nach dem infiniten Verb: „… gesehen im Kino nebenan". Wird verwendet, wenn etwas zu lang für das Mittelfeld wäre.

Limitationen

Häufige Fragen

Was ist die „Satzklammer" eigentlich genau?

Die Satzklammer ist die Aufspaltung des deutschen Satzes in einen Vorderteil und einen Hinterteil, die durch das finite Verb und ggf. infinite Verbformen zusammengehalten werden. Man spricht auch von topologischen Feldern – die fünf Felder (Vorfeld, linke Satzklammer, Mittelfeld, rechte Satzklammer, Nachfeld) wurden von Erich Drach 1937 formal beschrieben.

Warum steht im Nebensatz das finite Verb am Ende?

Im Nebensatz wird die gesamte linke Satzklammer „nach hinten geschoben". Das finite Verb bildet zusammen mit eventuellen infiniten Formen den Schluss des Satzes. So entsteht das Verb-Letzt-Muster (auch Verb-Endstellung). Auslöser ist die Subjunktion am Satzanfang (weil, dass, wenn …).

Was ist TeKaMoLo?

Eine Mnemonik für die ideale Reihenfolge von adverbialen Bestimmungen im Mittelfeld: Temporal (Wann?) → Kausal (Warum?) → Modal (Wie?) → Lokal (Wo/Wohin?). Beispiel: „Ich gehe morgen wegen des Wetters mit dem Auto nach Berlin." Im echten Sprachgebrauch darf von dieser Reihenfolge abgewichen werden, wenn etwas hervorgehoben werden soll.

Kann das Werkzeug auch Fragesätze?

Ja. Bei W-Fragen („Wann fährst du?") steht das Fragewort im Vorfeld, das finite Verb auf Position 2 – das Schema bleibt dasselbe wie im Aussagesatz. Bei Ja-/Nein-Fragen („Fährst du morgen?") rutscht das finite Verb auf Position 1 – dann gibt es kein Vorfeld.

Was ist der Unterschied zwischen finitem und infinitem Verb?

Finite Verben sind konjugiert – sie tragen Person und Zeit: gehe, ging, bin gegangen (hier ist nur bin finit). Infinite Verben sind Partizip II oder Infinitiv: gegangen, gehen, auf (Trenn-Vorsilbe). Im Perfekt bildet das finite Hilfsverb (bin/habe) die linke Klammer, das Partizip II die rechte.

Warum steht im Hauptsatz das Verb auf Position 2?

Das finite Verb ist die Achse des deutschen Satzes: vor ihm steht ein Element (das Vorfeld), nach ihm kann beliebig viel kommen. Diese strenge Zweiteilung gibt dem Deutschen seine Flexibilität: du kannst dasselbe sagen, indem du verschiedene Dinge ins Vorfeld rückst, ohne die Satzstruktur zu verändern.

Mein Satz wird falsch analysiert – was tun?

Drei häufige Ursachen: (1) Das Verb ist selten und nicht in der internen Liste – versuche den Infinitiv. (2) Das Komma wurde vergessen – Haupt- und Nebensatz werden sonst verschmolzen. (3) Es ist ein trennbares Verb mit ungewöhnlicher Vorsilbe (davonlaufen, hinterherlaufen). Prüfe den Limitationen-Abschnitt für Details.

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