Akzent-Markierer
Du tippst ein deutsches Wort ein. Das Werkzeug zeigt dir welche Silbe betont ist — als Großbuchstaben — und erklärt, nach welcher Regel diese Betonung zustande kommt: trennbare Vorsilbe, untrennbare Vorsilbe, Kompositum oder Lehnwort.
Einzelnes Wort ohne Artikel. Klein- oder Großschreibung ist egal.
Ergebnis
Tippe ein Wort — die betonte Silbe erscheint hier in Großbuchstaben.
Die fünf Stress-Regeln auf einen Blick
Was dieses Werkzeug löst
Deutsche Betonung ist nicht willkürlich — sie folgt klaren Regeln. Aber die Regeln überschneiden sich, und ein einzelner Lernender sieht nur „auswendig lernen". Unser Markierer macht die Regel sichtbar:
- Trennbare Vorsilben sind betont:
AUFstehen,MITkommen - Untrennbare Vorsilben sind unbetont:
verSTEhen,erKLÄren - Komposita betonen das erste Glied:
KINder+garten,FUSS+ball - Lehnwörter betonen oft die letzte Silbe:
TheaTER,RestauRANT
Das Werkzeug sagt dir welche Regel im konkreten Fall greift — und liefert direkt eine Begründung, die du dir einprägen kannst:
- Du erkennst: „Aha, das ist ein Kompositum, also Erstglied-Betonung."
- Du erkennst: „Das ist eine untrennbare Vorsilbe, also Stamm-Betonung."
- Du erkennst: „Endsilbe
-tion→ Lehnwort → Endungsbetonung." - Du erkennst: „Natives Wort, also Stammsilben-Betonung am Wortanfang."
So benutzt du es
- Tippe ein einzelnes deutsches Wort in das Eingabefeld. Beispiel:
verstehen,Kindergarten,Theater. - Lies die Antwort: die betonte Silbe steht in Großbuchstaben und gelb markiert.
- Lies darunter die Regel-Begründung. Das ist der eigentliche Lerneffekt — nicht „das Wort klingt so", sondern „nach dieser Regel muss es so klingen".
- Wenn das Werkzeug „Kompositum" erkennt, schau dir die vorgeschlagene Wortzerlegung an (z.B. Hand+schuh) — das verfestigt das Bild.
- Wenn du eine Konfidenz unter 70 % bekommst: gegenprüfen, z.B. im DWDS oder Duden.
Wie du die Konfidenz liest
≥ 90 %
Sehr sicher
Eindeutige Regel: trennbare Vorsilbe, untrennbare Vorsilbe, oder eindeutiges Kompositum. Beispiel: AUFstehen, verSTEhen, KINdergarten.
70–89 %
Wahrscheinlich
Häufiges Muster, aber Ausnahmen existieren. Beispiel: TheaTER (französisches Lehnwort) — Betonung meist hinten, aber Theater selbst wird in DE öfter vorne betont als im Englischen.
< 70 %
Unsicher
Mehrere Regeln passen, oder das Wort folgt keinem klaren Muster. Beispiel: ComPUter (im Englischen End-, im Deutschen oft Erstbetonung).
Was dieses Werkzeug nicht kann
- Es ersetzt kein Aussprache-Wörterbuch. Bei sehr seltenen Wörtern oder Fachbegriffen (der Trinkwasserschutzgebietsverordnung) ist die Betonungs-Vorhersage unzuverlässig.
- Die Kompositum-Zerlegung ist heuristisch. Bei mehrdeutigen Wortgrenzen (Schlüsselbein → Schlüssel+Bein?) wird die plausibelste Variante gewählt, aber Wörterbuch-Sicherheit ist das nicht.
- Englische Lehnwörter (Computer, Display, Marketing) sind in der deutschen Aussprache uneinheitlich. Manche werden vorne, manche hinten betont — der Algorithmus folgt dem häufigeren Muster.
- Wortfamilien mit Betonungs-Wechsel (UMgang — umgänglich, VERkehr — verkehrt) werden hier nicht erkannt — nur die Grundform.
- Regionale Betonungs-Varianten (österreichisch/süddeutsch vs. norddeutsch/hochdeutsch) werden nicht aufgelöst.
- Zusammengesetzte Wörter mit mehr als drei Gliedern (Donaudampfschifffahrtsgesellschaft) sind nur grob markierbar.
Häufige Fragen
Warum ist „aufstehen" vorne betont, „verstehen" aber hinten?
Das sind zwei verschiedene Vorsilben-Typen: auf ist trennbar (das Verb zerfällt in er steht auf), ver ist untrennbar. Trennbare Vorsilben tragen die Hauptbetonung. Untrennbare sind unbetont — die Stammsilbe wird betont.
Wieso ist „Kindergarten" vorne betont — ist „Garten" wichtiger?
Bei Komposita bekommt immer das erste Glied die Hauptbetonung. Das ist nicht semantisch („Kindergarten ist mehr Garten als Kind"), sondern phonologisch: das erste Glied bestimmt Rhythmus und Verständlichkeit. Kindergarten ist „ein Garten für Kinder", nicht „ein Garten, der ein Kind ist".
Sind die Regeln offiziell?
Sie basieren auf der Duden-Aussprache (Band 6), den IDS Mannheim-Betonungs-Daten und Standard-Phonologie-Lehrbüchern (z.B. Hall, Phonologie). Sie sind keine „Tricks", sondern das, was deutsche Muttersprachler unbewusst anwenden — sichtbar gemacht.
Funktioniert es auch für Lehnwörter?
Teilweise. Französische Lehnwörter mit -tion, -ie, -ur, -age sind relativ vorhersagbar. Englische Lehnwörter (Computer, Display, Controller) sind im Deutschen uneinheitlich — manche werden hinten, manche vorne betont. Hier steigt die Unsicherheit.
Was ist mit Komposita, die wie „verstehen" aussehen?
Der Algorithmus prüft zuerst die Vorsilben-Regel, dann erst die Kompositum-Regel. Verstehen ist ein Simplex mit untrennbarer Vorsilbe ver- — kein Kompositum. Verkehr dagegen ist ein natives Simplex ohne Vorsilbe (auch wenn ver- ähnlich aussieht) und wird als Simplex mit Stammsilben-Betonung behandelt.
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